Aus der Ermittlungsarbeit eines Privatdetektivs

Der Ermitller sitzt in einem Berliner Vorort in seinem Auto. Die Tür des Einfamilienhauses gegenüber lässt der Privatdetektiv seit Stunden nicht aus dem Auge. Es ist kurz vor zehn, plötzlich passiert etwas: Die Tür geht auf, ein elegant gekleideter Herr erscheint und geht eilig auf ein Fahrzeug am Straßenrand zu. Er drückt sich tiefer in den Rücksitz seines Fahrzeugs. Er muss unsichtbar bleiben. So sieht Ermittlungsarbeit aus.

Unsichtbar bleiben und Beweise sammeln: als Detektiv ein Muss

Unsichtbar bleiben und Beweise sammeln: als Detektiv ein Muss

Der Mann ist einer von neun Privatdetektiven in Berlin, die beim Bundesverband der Deutschen Detektive (BDD) gemeldet sind. Seine Aufgabe ist die “Sicherung von Beweisen”, wie man in einem Artikel der Berliner Morgenpost lesen kann. Im Auftrag seiner Kunden beobachtet er verdächtige Personen und überführt sie bestenfalls. Die meisten seiner Kunden sind Unternehmen, 80 Prozent der Aufträge an Detektive kommen laut Detektivverband aus der Wirtschaft.

“Verfolgungen sind sehr kompliziert”, sagt der Detektiv hier. Vorsichtig nimmt er die Verfolgung des Mannes auf. Die Wahrscheinlichkeit, dabei entdeckt zu werden, sei hoch. Wenn jemand über eine längere Fahrstrecke das gleiche Auto hinter sich habe, falle ihm das auf. Deshalb seien an einer Verfolgung mit dem Auto immer mindestens zwei Detektive beteiligt. “Fährt der Verfolgte rechts ran, dann übernimmt der andere.”

Rund 1500 Detektive gibt es in Deutschland. Zwar haben Detektive keine besonderen Rechte wie etwa die Polizei, aber sie haben einen großen Vorteil. “Wir können schon vor einer Straftat ermitteln und oft unbürokratischere Wege gehen als die Staatsgewalt”, sagte DBB-Präsidentin Eveline Wippermann. Was aber nicht bedeutet, dass Detektive illegal ermitteln würden. “Detektive müssen Beweise erbringen, die vor Gericht gültig sind, deshalb kommen Gesetzesübertretungen für uns gar nicht in Frage.”

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