Ein Talent muss man haben, um vom Studentenjob zur eigenen Firma zu gelangen. Durch genaues Beobachten hat ein 24-jähriger es zum Kaufhausdetektiv und Geschäftsführer einer Sicherheitsfirma gebracht.
Wenn Sven Mühlen seine Schicht beginnt, dann trägt er die unauffälligste Kleidung, die er am Morgen in seinem Kleiderschrank entdecken konnte. Einen grauen Pulli oder eine alte Jeans zum Beispiel. Der 24-Jährige ist Kaufhausdetektiv – und eine Uniform oder ein dunkelblauer Anzug wären in diesem Job verräterisch. “Das Wichtigste ist, inkognito zu bleiben und Menschen genau zu beobachten”, sagt er. Erst wenn er sich zu 100 Prozent sicher ist, enttarnt er die Ladendiebe, wie in einem Artikel der RP Online zu lesen ist (zum Artikel).
“Einen guten Jagdinstinkt” nennt das der Profi, der seit vier Jahren “auf der Fläche” arbeitet. Anders war das bei seinen ersten Einsätzen im Kaufhaus. Als Politik-, Philosophie- und Germanistikstudent jobbte er als “Doorman“. “Als Türsteher ist man der Abschrecker, als Kaufhausdetektiv wird das Gegenteil verlangt.”
“Der Job ist nicht so spektakulär, wie man ihn sich gerne vorstellt.” Mit Klischees räumt der junge Kaufhausdetektiv schnell auf: “Auch Handschellen dürfen wir nicht benutzen”, sagt Mühlen, der eine Prüfung bei der IHK zur Bewachungskraft im Einzelhandel abgelegt hat.
Der erste Tag als Kaufhausdetektiv? “Ich war total übermotiviert. Doch ich wurde schnell auf den Boden der Tatsachen geholt.” Der Job ist Routine: herumgehen, beobachten, Sinne schärfen. Erst wenn er sich zu 100 Prozent sicher ist, dann geht er auf die Zielperson zu. Parallel dazu zückt er seinen Ausweis. Meistens, sagt Mühlen, wissen die “Kunden” dann schon Bescheid und folgen ihm ins Büro.
Ob jemand verdächtig ist, weiß der Geschäftsführer einer Sicherheitsfirma in der Regel ziemlich schnell: “Wenn sich jemand ständig umschaut und unkoordiniert durch das Haus läuft, sind das eindeutige Zeichen – der Rest ist Erfahrung.” Viele Diebe sind Wiederholungstäter: “Die Beschaffungskriminalität in Mönchengladbach ist hoch”, sagt Mühlen. Kein Mitleid hat er hingegen mit Banden: “Sie stehlen im großen Stil Elektroartikel, Parfüm oder Sportartikel”, erklärt Mühlen.



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